EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Dieringhausen von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 1. Mai 1887 wurde die 14,33 Kilometer lange Teilstrecke der „Aggertalbahn“ von den Königlich Preußische Staatseisenbahnen (K.P.St.E.) zwischen Ründeroth, Dieringhausen und Derschlag eröffnet.

Das Empfangsgebäude Dieringhausen

Das traufenständige, zweistöckige Stationsgebäude von 1887 aus Grauwacke auf L- förmigem Grundriss errichtet, besaß ein Zwerchhaus (steht in der Flucht und besitzt Dach und Giebel) an der Ortsseite mit Satteldach, das mit dem Walmdach des Gebäudes verschmolz. Im Erd- und Obergeschoss waren Rundbogenfenster mit Rahmen aus hellem Werkstein verbaut worden, im Dachgeschoss gab es gerahmte Rechteckfenster. Der Giebel des Zwerchhauses hatte ein Radfenster (rundes Fenster) mit Rahmen. Ein Güterschuppenanbau mit Seitenrampe im Osten, wahrscheinlich aus Fachwerk, ergänzte das Gebäude. Neben dem Bahnhofsgebäude entstand ein Garten, in dessen Nähe sich ein Abtrittgebäude befand. Im Erdgeschoss gab es einen Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie weitere Diensträume. Im Ober- und Dachgeschoss waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Zunächst verfügte der Bahnhof über eine Gleisanlage mit Hauptgleis und Umfahrgleis. Dazu kamen mehrere Abstellgleise zur Lokstation sowie Ladegleise zum Güterschuppen und zur Kopf- und Laderampe. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 1. Oktober 1893 konnte die 61,2 Kilometer lange Gesamtstrecke der „Volmetalbahn“ von Hagen nach Dieringhausen eröffnet werden. Dieringhausen wurde zum Eisenbahnknoten. Der Bahnhof erhielt einen Mittelbahnsteig. Im Bahnhof entstand eine Lokstation mit Drehscheibe, zweiständigen Lokschuppen und einem Wasserturm. 1902 ersetzte die K.P.St.E. den Wasserturm durch einen Neubau. 1905/1906 entstand ein neuer Lokschuppen mit elf Ständen. 1912 erhielten die Bahnhofsköpfe jeweils ein Stellwerksgebäude. 1913 wurde die Gleisanlage höher gelegt und auf 14 Gleise erweitert. Die Lokstation wurde 1916 zum Bahnbetriebswerk erhoben. Der Bahnhof wurde 1920 ausgebaut und erhielt neben einem neuen Stationsgebäude ein Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe und mehrständigen Lokschuppen. Das alte Stationsgebäude wurde weiter als Güterabfertigung genutzt. Das zweite Empfangsgebäude Ein neues mehrgliedriges Stationsgebäude in Seitenlage wurde 1920 in Betrieb genommen. Ein hoher, zweistöckiger Mittelbau mit Eingangsportal und Mansardenwalmdach mit Uhrenerker wurde von jeweils einem einstöckigen Verbindungsbau mit Satteldach und anschließenden zweistöckigen Kopfbauten aus rotem Sandstein mit Mansardendach flankiert. Das Erdgeschoss des Mittelbaus war verputzt, das Obergeschoss aus rotem Sandstein gemauert worden. Ein einstöckiger, asymmetrischer Vorbau mit Flachdach, das bis über die Eingangstüren, reichte entstand am westlichen, verputzten Verbindungsbau. Alle Sprossenfenster mit Rahmen aus Werkstein waren rechteckig. Die Kopfbauten besaßen an der Ortsseite eine auffällige Giebelgaube. Da die inzwischen umfangreiche Gleisanlage hochgelegt wurde, mussten die Reisenden durch die Schalterhalle im Personentunnel über Treppen zu den ursprünglich drei Inselbahnsteigen gehen. Damit sie nicht auch noch ihr Gepäck „hochschleppen“ mussten, gab es in der Schalterhalle eine Gepäckannahme, deren Personal das Gepäck via Gepäcktunnel zu den Aufzügen und auf die Bahnsteige brachten. Jeder Bahnhofskopf hatte ein Stellwerk von den insgesamt drei Stellwerksgebäuden. Der Bahnhof verfügte über eine Güterabfertigung und gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1942 erhielt der Bahnhof zwei modernere Stellwerke. 1945 wurde der Bahnhof und speziell das Betriebswerk (BW) durch einen Luftangriff stark zerstört. Deswegen verlegte man ein Ausweich-BW nach Osberghausen. 1967 tauschte die Deutsche Bundesbahn (DB) ein Stellwerk von 1912 aus. Am 29. November 1979 legte die DB die Strecke von Dieringhausen nach Olpe still. 1982 ging das Bahnbetriebswerk aus dem Betrieb. 1984 wurde erstmals auf Initiative des Oberbergischen Kreises die erste City-Bahn ins Leben gerufen. Das Projekt war ein voller Erfolg und in den 1990er-Jahren ein Vorbild auch für andere Regionen. Seit 1985 befindet sich ein Eisenbahnmuseum im Betriebswerk. 1989 wurden die beiden Stationsgebäude und das Bahnbetriebswerk unter Denkmalschutz gestellt. 1997 schloss die DB die ehemalige Güterabfertigung mit dem ersten Empfangsgebäude. Seit 2003 werden die Signale und Weichen von Köln-Deutz aus ferngesteuert. Zwei Stellwerke wurden aus dem Betrieb genommen und ein Stellwerksgebäude abgerissen. 2018 sanierte die Deutsche Bahn AG (DBAG) die Bahnsteige barrierefrei und vermauerte den Zugang zum gleislosen Nordbahnsteig. Das Stationsgebäude wurde verkauft. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude ist in Teilbereichen gewerblich vermietet und soll 2020 für Mietwohnungen in den oberen Stockwerken umgebaut werden.
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Luftaufnahme
Bilder Dieringhausen
Bahnhof von 1909
Bahnhof von 1887
Bahnhof 1921
Bahnhof von 1909 Bahnhof von 1887 Bahnhof 1921 Planung und Konzession

Bahnstation Dieringhausen